Wenn der Blähbauch zum ständigen Begleiter wird – was kann dahinterstecken?

Vorab noch wichtig: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und soll mögliche Zusammenhänge verständlich machen. Er ersetzt keine individuelle Diagnostik oder Therapie. Wenn dein Blähbauch plötzlich neu auftritt, sehr stark oder schmerzhaft ist oder von Beschwerden wie ungewolltem Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, anhaltendem Durchfall, Erbrechen oder anderen auffälligen Symptomen begleitet wird, sollte das ärztlich abgeklärt werden.

Ein Blähbauch kann grundsätzlich erstmal etwas völlig Harmloses sein bzw. auch einfach eine völlig normale Reaktion darauf, was wir gegessen haben, aber auch wie wir gegessen haben.

Zum Beispiel kann ein Blähbauch nach Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten oder allgemein sehr ballaststoffreichen Lebensmitteln durchaus vorkommen, ohne dass direkt etwas nicht stimmt. Auch wenn man sein Mittagessen zwischen Tür und Angel zu sich nimmt, dabei noch von der Arbeit oder dem Smartphone abgelenkt ist, zu hastig isst und große Bissen schluckt, kann sich das danach bemerkbar machen. Denn wer schnell isst, schluckt dabei auch unter Umständen mehr Luft.

Da kann es schon helfen, wenn man sich vielleicht schon nicht extra Zeit ohne Arbeit und Handy nehmen kann, trotzdem zu versuchen etwas langsamer zu essen und dafür dann eben auch gut zu kauen.

Denn ganz wichtig: Verdauung beginnt im Mund. Beim Kauen wird unsere Nahrung mechanisch zerkleinert und mit Speichel vermischt. Der Speichel hilft bei der Bildung des Speisebreis und erste Verdauungsenzyme beginnen bereits hier zu wirken.

Warum Ballaststoffe Blähungen machen können:

In unserem Darm leben außerdem viele Mikroorganismen, vor allem in unserem Dickdarm, und die ernähren sich unter anderem von Bestandteilen unserer Nahrung, die wir selbst nicht vollständig verdauen können. Darunter auch verschiedene Ballaststoffe, wie bestimmte lösliche und fermentierbare Ballaststoffe. Dabei entstehen unter anderem Gase, die den Darm dann natürlicherweise etwas mehr aufblähen können. Ein Blähbauch nach einer sehr ballaststoffreichen Mahlzeit bedeutet also erstmal nicht automatisch, dass etwas mit dem Darm nicht stimmt.

Ballaststoffe haben ihren Namen übrigens daher, weil man früher dachte, sie hätten keine große Funktion in unserem Körper und wären eher „Ballast“. Heute wissen wir natürlich, dass das ganz anders ist.

Wann steckt vielleicht doch mehr dahinter?

Wenn ein Blähbauch aber mittlerweile zu deinem Alltag gehört, plötzlich neu auftritt, schmerzhaft ist oder immer wieder auf Dauer ohne wirklichen Auslöser entsteht: Du also zum Beispiel schon damit aufstehst oder das Gefühl hast, sogar auf ein Glas Wasser mit dieser Symptomatik zu reagieren, dann kann ein Blähbauch auch durch einige andere Ursachen ausgelöst werden.

Vermutlich kennst du den Begriff SIBO oder IMO schon? Auf Social Media wird damit immer öfter um sich geworfen. Eine SIBO und auch eine IMO können eine Ursache für Blähungen sein, aber eben längst nicht die einzigen. Auch Verstopfung, eine Dysbiose oder ein Reizdarmsyndrom können dahinterstecken. Genauso eine Zöliakie, Weizensensitivität, Laktoseintoleranz, Fruktosemalabsorption oder auch eine Pankreasschwäche beziehungsweise -insuffizienz.

Und das sind immer noch nicht alle möglichen Ursachen. Die Liste ist wirklich lang. Gerade deshalb finde ich es wichtig, nicht vorschnell zu sagen: „Das ist bestimmt eine SIBO“ oder "Das liegt bestimmt an einer Dysbiose".

Warum ein Ernährungs- und Symptomtagebuch helfen kann

In meiner Praxis nutze ich super gerne Ernährungs- und Symptomtagebücher. Wenn man oft mit einem Blähbauch zu kämpfen hat, ohne richtig den Auslöser dafür zu erkennen, dann kann es wirklich hilfreich sein, so ein Tagebuch zu führen.

Man schreibt auf, wann man was gegessen und getrunken hat und vor allem auch, in welchem Rahmen: also hastig, abgelenkt auf der Couch oder wirklich nur du und dein Essen ganz bewusst.

Dann ist wichtig zu notieren, wann und ob Beschwerden eingesetzt haben. Dabei kann man auch aufschreiben, wie stark der Blähbauch war und ob gleichzeitig zum Beispiel Bauchschmerzen oder Veränderungen beim Stuhlgang aufgetreten sind. Da ist auch schon wichtig aufzuschreiben: Wie bist du denn in der Früh aufgestanden? Direkt mit Blähbauch? Aufschreiben. Ohne Beschwerden? Auch aufschreiben.

Das macht es viel leichter, zu differenzieren und möglicherweise mit der Zeit bestimmte Zusammenhänge zu erkennen.

Und wie gesagt: Nicht jeder Blähbauch ist schlimm. Manchmal kann es auch einfach völlig natürlich sein. Wichtig ist dabei nur zu unterscheiden: Habe ich ab und an mal einen Blähbauch oder ist es mittlerweile wirklich egal, was ich esse, denn der Blähbauch gehört sowieso zu meinem Alltag?

Wenn du Fragen dazu hast oder dich in dem ein oder anderen Punkt wiedererkennst, kannst du mich gerne kontaktieren.

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